256. LEOPOLD MOZART AN SEINE FRAU, SALZBURG

Mayland, den 16. November 1771.

Deinen Brief vom 8. November habe [ich] empfangen. Ich glaubte, den 18. ganz gewiss abzureisen, allein seine Königliche Hoheit der Erzherzog wollen noch mit uns sprechen, wenn sie von Varese zurückkommen, so in acht Tagen geschehen wird, folglich wird unser Aufenthalt noch hier über zehn Tage sich gewiss erstrecken. Geduld! Wir werden doch, wenn Gott will, bald einander sehen. Wir sind gottlob gesund. Wir bedauern beide die üblen Umstände, in welchen sich Herr von Vogt befindet; beide haben wir bereits für ihn zu Gott gebetet, und sollte er, wie [ich] wünsche, noch leben, so empfehlen wir uns und wünschen ihm gute Besserung und Ergebung in den Willen Gottes.
Danke allen guten Freunden und Freundinnen für den redlichen Glückwunsch, Herrn von Hefner bin [ich] schuldig zu antworten, ich danke ihm nebst meiner Empfehlung inzwischen ergebenst. -- -- Der Kopf ist mir voll und ich habe mehr zu überdenken, als Ihr Euch einbilden könnt. Dass die Serenata ungemeinen Beifall gehabt [hat], hat seine Richtigkeit. Ob aber, wenn eine Besoldung fällig wird, Seine Hochfürstliche Gnaden sich des Wolfgangs erinnern wird, zweifle [ich] sehr. -- -- Nun muss ich schließen, denn ich habe noch einen Brief nach Verona zu schreiben. Deine Brief schicke nur jetzt nach Verona an Herrn Pietro Luggiati, dieser wird mir solche zustellen. Lebt wohl, wir küssen Euch beide 10000000000 Mal und [ich] bin Dein alter
Mozart mp.