250. LEOPOLD MOZART AN SEINE FRAU, SALZBURG

Mayland, den 19. Oktober 1771

Herr Marcobruni empfiehlt sich, er ist bei mir und diesen Augenblick gehen wir ins Theater, denn den 16. war die Oper und den 17. die Serenatae, die so erstaunlich gefallen [hat], dass man sie heute wieder wiederholen muss. Der Erzherzog hat neuerdings zwei Kopien angeordnet. Alle Kavaliere und andere Leute reden uns beständig auf den Straßen an, dem Wolfgang zu gratulieren. Kurz, mir tut [es] leid; die Serenata des Wolfgangs hat die Oper von Hasse so niedergeschlagen, dass ich es nicht beschreiben kann. Deinen letzten Brief und der Nannerl Nachschrift werde [ich] nächstens beantworten. Ihr werdet Italien mit mehrerem Vergnügen sehen, als [es] jetzt unter diesem abscheulichen Lärmen geschehen wäre. Addio.
Wir küssen Euch viele 10000 Mal, ich bin Dein alter
Mzt mp.

Betet und dankt Gott!
Unsere Empfehlung an alle Freunde und Freundinnen.
Herr von Troger empfiehlt sich besonders Dir und der Nannerl, die so sehr nach Mayland seufzt.