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À Madame / Madame Marie Anne Mozart à Salzbourg par Mantova Insprugg

Mayland den 28ten Novemb: 1772

dein schreiben vom 20ten footnote1 erhielte heut richtig. Du wilst daß ich viel schreiben soll. aber was soll ich schreiben? - daß wir beyde, Gott Lob, gesund sind, ist das nothwendigste und das beste. Neues giebt es hier nichts, und es sind noch viele, ja die meisten Leute auf dem Lande und kommt erst alles gegen Weinachten in die Statt, wenn es auf die Eröfnung des theaters los gehet.
selbst der Erzherzog ist ausser der Statt. Was meinen Kopfwehe anbelanget, kommt mir solcher nur zu Zeiten, und den schwindl merke auf einige Augenblicke einigemahl, wenn mich in der Nacht umwende oder in die höhe hebe.
sonst haben guten appetit, und wenn ich Esse bin ich der gesündeste Mensch. wir Essen aber täglich nur einmahl und zwar nachmittag um 2 uhr. Nachts nehmen wir einen Apfel, ein Stück brod und ein gläsl wein.
ich schreibe bey M:dme d`Aste die sich empfehlt.
Mr: D`Aste last dir sagen, daß es ihm verschmacht, daß daß [sic] du ihm nicht auch ein Compt: schreibst; denn ich habe deinen vorigen brief auch dort eröfnet und laut gelesen.
Daß H: gr: Sauerau Domdechant geworden, hat uns alle unendlich erfreut. Wir dachten freylich nicht daran, weil wir nicht vermutheten, daß er es annehmen würde. Bey H: CapellMstr Lolli lasse mich nebst meiner Empf: bedanken für das Ceciliogeld. footnote2
Das hätte ich mir nicht vermuthet. Das eine arme Seel aus dem Kloster erlöset worden, hat uns auch alle vergnügt.
dergleich sachen werden nun immer mehr geschehen. wegen den Musikalien footnote3 hast du recht gethann, der H: Capellmstr wird schon Sinfonien Componieren. footnote4 Ich lasse mich bey allen guten freunden und freundinen für den wohlgemeinten Glückwunsch bedancken und gehor: empfehlen.
Wegen den Vacierenden Waldhornisten habe dir schon letzlich geschrieben, unser Compliment an ihn. Hier ist es nicht wohlfeyl.
Man muß halt darnach leben. Wir müssen für den Kopf über Mittag 36 xr gut gelt bezahlen, folglich in 2 Personen 1 f 12 Current. wir Essen hingegen nur einmahl des tags, aber gut. heut wird die de Amicis von Venedig aufbrechen, folgl: in ein paar tagen hier seyn. dann wird die Arbeit erst recht angehen, bis dato ist noch nicht viel geschehen. der Wolfg: hat den Primo uomo noch nichts als die erste Arie gemacht, die ist aber unvergleichlich und er singt sie, wie ein Engl. addio lebts wohl. wir kissen euch viel 100000 mahl und ich bin dein alter
Mztpa

NACHSCHRIFT MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

den H: von Aman lassen wir beyde gratulieren, und Ich lasse ihm sagen, mich verdriest es daß er alzeit ein geheimnüss daraus gemacht hat, wen ich ihm von seiner frl: braut was gesagt habe, Ich hätte ihm für aufrichtiger gehalten. von H: und fr: von germani habe ich Empfehlungen auszurichten, es ist ihnen auch leid daß sie nicht bey ihnen seyn könen. noch Eins: Ich lasse den H. von Aman sagen, wen er gesinnt ist Eine rechte hochzeit zu halten, so soll er fein warten, biß wir zurück kommen, damit daß Jenige doch wahr wird, waß er mir versprochen hat, nemblich daß Ich auf seiner hochzeit tanzen soll. footnote5 lebe wohl. meinen handkuß an die mama.
an alle gute freünde und freündinen meine Empfehlung.
omgl dln H: nlftglb lr osnn klk nmcu alynmnd ksaaln. dmn lr whrdl ofcu glrfo lurl amculn, mblr bmnd [ sage den H. leitgeb er soll kek nach meyland kommen. dan er wurde sich gewiß ehre machen, aber bald ]. Ich bitte sage es ihms. dan es liegt mir daran. Adieu.
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 268 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.