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Mayland am fasching Erchtag. [27 Februar] 1770.
Verflossenen Samstag musten wir unvermuthet mit H: HausHofmeister in die opera und Ball fahren, ich konnte Dir also nicht schreiben. Unsere Accademia ist nun vorbey; sie war verflossenen freytag. footnote1 Es gieng wie aller orten: und braucht keine weitere Erklärung. Wir leben gesund, Gott sey gelobt, und wenn wir gleich nicht Reich sind, so haben wir doch immer ein wenig mehr als die Nothwendigkeit. den Montag oder Dienstag der 2ten fasten woche werden wir mit Gottes Hilfe Mayland verlassen und nach Parma gehen. footnote2 wir würden eher gehen; allein Se: Ex: Gr: Firmian wollen in der ersten fastenwoche eine grosse Accademie für die Damen in seinem Hause geben: footnote3 und es sind noch andere Sachen auszumachen.
Hier isst man morgen und Donnerstags noch fleisch, alle tag ist opera und Ball, und am Samstag der Letzte. dieses ist nach der Ambrosianischen Kirchen Ordnung, und so lebt die ganze Statt. In den Clöstern aber hält man die Römischen Gebräuche, und fängt die fasten am Aschermitwoche an. footnote4 Es lauffen aber am Ascher Mittwoche und Donnerstage alle Geistl: aus den Klöstern zu ihren bekannten in die Statt und laden sich zum fleischessen ein. wie gefällt es? ò, mit der zeit werde dir hundert dergleichen schöne sachen erzehlen, die gar nicht auferbäulich sondern höchst ärgerlich sind.
Mich freuet es ungemein daß Salzb: so Lebendig ist, und daß ihr auch einige unterhaltung habt. Mache aller Orten meine gebührende Empfehlungen.
Ehe von hier abreise werde an Se: Ex: Obersthofmeister schreiben. Schlüsse allezeit die Briefe an Mr: Troger ein; wenn ich auch von hier weg bin: Er wird mir sie richtig zusenden. Lebe wohl, ich muß schlüssen. Der Wolfg: ist mit Componirung zweyer Arien footnote5 beschäftiget. ich Küsse Dich und die Nannerl 1000 mahl. und bin
der alte Mztmpa

Das Unglück des H: Basilij hat uns nicht nur höchstens betrübt, sondern dem Wolfg: viele thränen gekostet, du weist, wie empfindlich er ist. Gott gebe seine Besserung: die ich ihm nebst unserer Empf: von Herzen wünsche.



NACHSCHRIFT MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

und ich küsse die mama und dich, ich bin völig verwirt vor lauter affairen, ich kan ohnmöglich mehr schreiben.
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 162 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.