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Bologna, d. 6 octobr: 1770.
Deinen Brief vom 14 sept: footnote1 habe heute empfangen, da ich eher einen vom 28ten erwartet hätte. so richtig gehet es mit der Tyroller und Italiän: Post, daß die Briefe 8 und 14 Täge liegen bleiben. Wir sind nun schon 5 Täge in der Statt und haben das Fest des hl: Petronij footnote2 gesehen, so herrlich begangen wird, und wo in der sehr großen Kirche S: Petronii eine Musique aufgeführt wird, wobey alle H. Musici von Bologna erschienen. wir waren gesinnet montag oder dinstag nach Mayland abzureisen. allein es ist etwas, so uns bis Donnerstag aufhalten wird. Ein Etwas, welches, wenn es zustande kommen soll, dem Wolfgangerl eine außerordentliche große Ehre machet. footnote3 Ich habe sehr vieles zu thun, und dieß ist die Ursache, daß ich der Fr: Hagenauerin zu ihrem Nahmens Tage footnote4 |: so, wie gesinnet war :| nicht schreiben kann, sondern Dich bitten muß unser beyderseyt: gratulation statt unßer abzulegen. kaum habe Zeit, diesen Brief hinzuschmieren, und nun wirst Du wohl ein paar Posttäge ohne Brief seyn, bis von Mayland einer anrücken wird.
Das Buch hat H: P: Martino schon erhalten. wir sind die besten Freunde zusammen; itzt ist der Zweyte Theil seines Werkes footnote5 fertig. ich bringe beyde Theile mit. wir sind täglich bey ihm und halten musikal: historische Unterredungen.
Ihr habt also 3 accademien gehabt? footnote6 - - Nun proßt darauf! - und uns habt ihr nicht eingeladen? - - wir wären flux erschienen, und dann wieder davon geflogen. Meine Empf. entgegen an alle gute Freunde und Freundinnen in und außer dem Hauße, wir küssen euch beyde viel 10000000000 mahl, und ich bin
Dein alter
Mzt. m. p.

NACHSCHRIFT MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

Wir haben diesen brief zu spät bekommen, aber es schadet nichts, dan die welschen posten gehen gar ungleich. mich freuet es recht von Herzen, daß du dich so lustig gemacht hast, wünsche ich wäre darbey gewesen. hoffe daß die Jungfrau Martha besser wird seyn. footnote7 heunt spielte ich bey denn Dominicanern die orgel. footnote8 mache anstat meiner meinen Glückwunsch an die fr: hagenauerin, und Jungfrau theresia und sage ihnen, daß ich von herzen wünsche, daß sie noch könne die secondiz vom p: Dominicus erleben, footnote9 und dammit wir wieder alle so vergnügt beysamm seyn könen. Es ist so, als wen du den Brief in welchen ich einen an H: sigmund footnote10 eingeschlossen, nicht bekommen hättes, dan ich bekomme keine antwort nicht. Addio, lebe wohl, einen Handkuß an die mama, und alle theresln meinen Glückwunsch, und an alle andern Freund und Freundinen in und ausser haus mein Compliment. Ich wünsche, daß ich bald könnte die Pertelzkammersinfonien footnote11 hören, und etwa ein trommpetterl oder pfeifferl darzu blasen. Ich habe das große Fest S: petronio in bologna gehört und gesehen, es ware schön, aber lang, und die trompetter haben von luca kommen müssen, den dusch zu machen, welche aber abscheulich geblasen haben, addio,
Wolfg: Mozart
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 213 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.