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Venedig 13 feb: 1771
Wegen dem üblen Wetter und erstaunlichen Wind sind wir erst am faschingmontag footnote1 in der frühe in Venedig angelangt, nachmittag suchten wir den H: Wider anzutreffen, der uns dann sammt seiner Frau in die opera footnote2 begleitete. den faschingerchtag footnote3 speisten wir mittags bey ihm, giengen in die opera footnote4 die um 2 uhr anfieng und gegen 7 uhr abends aus war, dann assen wir zu nachts bey ihm und zwischen 11 und 12 uhr in der nacht teutscher uhr footnote5 waren wir auf dem MarcusPlatz um in die Redout zu gehen, und sagten zu einander daß ihr itzt vielleicht bey H: Hagenauer seyn, und euch nicht einbilden werdet, daß wir auf dem MarcusPlatz von euch sprechen werden. Es war das abscheulichste Regenwetter, heute aber, am Aschermittwoche, ist das schönste Wett[er]. Wir sind Gott Lob wohl auf. Wenn vermeinst du wohl, daß wir in Brescia angetroffen? - - wir giengen in die opera Buffa footnote6 alda, und fanden die Sga: Angelica Maggiore als prima Donna, die mit einem Tenor verheyrat ist, der auch alda recitierte. Sie war ganz erstaunt uns zu sehen. Sage dem H: Spizeder, wenn er seinen ehemahligen impressario Crosa sehen will, kann er ihn in Mayland antreffen; wo er elend gekleidet mit einem langen Bart betteln gehet. also Strafft Gott die betrüger! daß der Carattoli und Laschi gestorben wirst du gehort haben.
deinen Brief hier habe erhalten sammt dem billet v H: v Vogt.
Lebts wohl ich muß eylen. wir kissen euch 100000 mahl und bin
der alte Mozartpa

H: Wider der ehrliche Mann sammt seiner frau und töchter footnote7 empf: sich.
unsere Empf: an ganz Salzb:

NACHSCHRIFT MOZARTS AN SCHWESTER

Allerliebste schwester!
daß ich gesund bin, wirst du schon von meinen papa erfahren haben. ich weiß nichts zu schreiben. als meinen handkus an die mama. lebe wohl.

NACHSCHRIFT MOZARTS AN JOHANN NEPOMUK HAGENAUER

Al sig: giovanni. footnote8
la sig:ra perla ricona footnote9 la riverisce tanto, come anche tutte le altre perle, e li assicuro che tutte sono inamorata di lei, e che sperano che lei prenderá per moglie tutte, come i turchi per contentar tutte sei. Questo scrivo in casa del sig: Wider il quale é un galant`uomo come lei melo scrisse, ed Jeri abbiamo finito il Carnovale da lui, cenando da lui, e poi ballammo ed andammo Colle perle in compagnie nel ridotto nuovo, che mi piacque assai. quando stó dal Sig: Wider e quardando fuori della finestra [ve]do la casa dove lei abitó quando lei fú in venezia di nuovo non só niente. venezia mi piace assai.
il mio complimendo al sign: suo padre e madre sorelle fratelli e á tutti i miei amici ed amiche. addio.
Wolfgango Amadeo
13 di feb: 1771.
Mozart
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 231 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.