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À Madame / Madame / Marie Anne Mozart / à Salzbourg

Mayland den 17: Febr. 1770.

Dein Schreiben vom 9ten Feb: footnote1 habe heut richtig erhalten. Ich hoffe der Husten wird dich und die Nannerl verlassen haben. Wir sind, Gott Lob, beyde gesund. daß der Winter nicht so gefährlich in Italien ist wie der Sommer, will ich wohl glauben: allein, wir hoffen, Gott werde uns erhalten; und wenn man seine Gesundheit nicht durch Unordnung und überflüssiges fressen und Sauffen etc: verderbt, auch sonst keinen innerlichen Natursfehler hat, so ist nichts zu besorgen. wir sind aller Orten in der Hand Gottes. Mit Essen und Trinken wird sich der Wolfg: nicht verderben. Du weist, daß er sich selbst mässiget; und ich kann dich versichern, daß ich ihn noch niemals so achtsamm auf seine Gesundheit gesehen als in diesem Lande. alles was ihm nicht gut scheinet lässt er stehen, und er isset manchen Tagen gar wenig; und befindet sich fett und wohl auf und den ganzen Tag Lustig und fröhlich. Ich schreibe dir dißes im Graf: Firmianischen Hause beym HausHofmeister Sgr: Don Ferdinando unserm sonderhtl: guten freund, und eben itzt kam der Schneider mit unsern Mänteln und Baiotten, footnote2 die wir uns musten machen lassen. ich sahe mich im Spiegl, da wir sie probierten, und dachte mir: nun muß ich in meinen alten Tagen auch noch diese Narredey mitmachen.
dem Wolfg: stehet es unvergleichlich an, und, da wir schon diese närrische Ausgaabe machen musten, so ist mein Trost, daß man es zu allerhand anderen Sachen wieder brauchen und wenigst zum Kleiderfutter, fürduch etc: gebrauchen kann.
Morgen Kommen Se: D: der Herzog, und die Prinzessin v Modena |: die zukünftige Braut des Erzh: Ferdinand :| zu Sr: Exc: Grafen v Firmian den Wolfg: zu hören; abends werden wir en Masque in die opera in galla fahren, nach der opera wird der Ball seyn, und dann werden wir mit dem Haus Hofmeister und seiner Frau auch wieder nach Hause fahren. Kommenden freytag wird Accademia fürs ganze Publicum seyn: footnote3 dann wollen wir sehen, was herauskommt. Ich kann Dir also von unsern Umständen eher nichts schreiben, bis wir nicht oder von hier weg, oder wenigst Reisefertig sind. Viel wird in Italien nicht herauskommen: das einzige Vergnügen ist, daß eine mehrere Begierde und Einsicht hier ist, und daß die Italiänr erkennen, was der Wolfg: verstehet. übrigens muß man sich freylich meistens mit der Bewunderung, dem Bravo bezahlen lassen, wobey ich dir aber auch sagen muß, daß wir mit all nur ersinnlichen Höflichkeit aller Orten empfangen und bey allen Gelegenheiten zur Hohen Noblesse gezogen werden.
Nun muß dir auf deine fragen antworten. H: Martin Knoller ist hier in Mayland. footnote4 wenn H: Deibl schreiben will, darf er nur unten setzen:
in Casa di S: Ex: di C: di Firmian:
Das Schreiben T: H: HofRath von Mölk habe empf: footnote5 allein ich muß alle diese Herrn, die mir geschrieben, bitten, mir zu verzeihen. Es ist unmöglich daß ich schreibe, indem du weist, wie es auf Reisen gehet, sonderheitl:
da ich Herr, diener, und alles bin.
Die 2 Perspecktiv sind richtig, und längstens - längstens übergeben worden. footnote6
Wer hat doch diese Zeitung v Mantua übersetzet?
Der Wolfg: last Sr: Ex: der grafin v Arco die Hände unterthst küssen, und danket für den geschickten Kuß, der ihm viel angenehmer ist, als sehr viele junge Busserl.
Meine Empf: an ganz Salzb: - - ich bin dein alter
Mozartmpa

wir küssen dich und die Nannerl.

NACHSCHRIFT MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

Da bin ich auch, da habts mich: du, Mariandel, mich freüet es recht von arsch weg daß du so erschröglich = = lustig bist gewesen: den kindsmenschen, der urscherl mit den kalten arsch sage: das ich immer meyne, ich hätte ihr alle lieder footnote7 wieder zurückgestelt, aber, Allenfals ich hätte sie etwa in den wichtigen und hochen gedancken nach italien mit mir geschoben, so werde ich nicht ermangeln, wen ich es finde, in den brief es hinein zu Prägen: addio, kinder, lebts wohl, der Mama küsse ich Tausend mahl die hände, und dir, schicke ich hundert busserln oder schmazerl auf dain wunderbarres pferdengesicht, per far il fine footnote8 bin ich deiner ec:

NACHSCHRIFT LEOPOLD MOZARTS AN SEINE TOCHTER

Wir haben keine Cadenzen mitgenohmen. ja, ja. sie werden im Concert stecken!
Die Concert wirst Du in der Spartitur in meinem Kasten oben finden, wo die Synfonien liegen, dort unter den Canabichischen abgeschriebenen Synfonien, footnote9 liegen sie.
Du wirst wohl auch noch zu Zeiten singen.?
Bitte benutzen Sie den folgenden Hinweis beim Zitieren dieser Webseite:
Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 161 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.