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Mayland den 2ten Novemb: 1771
Wir sind sehr vergnügt, daß ihr euch im Triebenbach footnote1 gut unterhalten, und gesund wieder zu hause angelanget seyd. Ich hütte ein paar Täge das Haus, weil ich einen Starken Revmatismum am ganzen Leib bekommen habe, den ich aber mit purem Hollerblüh=Thée drincken schon fast weggedämpfet habe. bey den Medicinen war nur ein einziges Papier Schwarzes=Pulver. Zum Glück hat die Fr: von Asti eine Menge. und da nur ein einziges digestivpulver dabey ist, so hat ebendieselbe zu gutem Glücke das Recept, und hat es in beyseyn des Wolfgang, den ich zu ihr geschickt, in die apoteke geben, um mir etwelche zu machen.
dies ist euch zwar eine unnötige Historie, denn wenn ihr dieß lieset, so hoffe nicht nur völlig gesund, sondern bald Reisefertig zu seyn. du magst also nach Empfang dieses nach Verona al Illme Sgr: Luggiati schreiben. daß die Serenata den Preiß davon getragen habe footnote2 dir schon geschrieben. Lebts beyde wohl wir kissen euch viel 100000000 mahl und bin dein alter
Mozartpa

ich muß noch einen Brief an Se: Ex: Marchall graf Pallavicini schreiben, der mir einen ungemein höflichen Brief footnote3 geschrieben hat.

NACHSCHRIFT MOZARTS

Der Papa sagte, daß Herr Kerschbaumer sicher seine Reise mit Nutzen und aller Beobachtung gemacht hat, und wir können versichern, daß er sich sehr vernünftig aufführte. Er kann sicher von seiner Reise mehr Rechenschaft geben, als Andere aus seiner Freundschaft, deren einer Paris nicht recht sehen konnte, weil die Häuser da zu hoch sind. Heute ist die Opera des Hasse; weil aber der Papa nicht ausgeht, kann ich nicht hinein. Zum Glück weiß ich schier alle Arien auswendig, und also kann ich sie zu Hause in meinen Gedanken hören und sehen.
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 254 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.