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À Madame / Madame Marie Anne Mozart à Salzbourg / Per Innsprugg
Pr. adresse Johannes Wieder, welcher sich allerseits gehorsamst emphihlet. footnote1

Venedig den 20ten feb: 1770 footnote2

Wir sind, Gott Lob, gesund und wohlauf. Seit deinem Brief vom 1ten footnote3 diß habe nichts mehr erhalten, ob du geschrieben hast oder nicht, weis ich nicht.
ich schreibe dieß abermahl bey H: Wider, wo ich den ersten Brief, den du wirst erhalten haben, geschrieben habe. wir haben schon 4 mahl bey ihm gespeist, seine Jgf töchter sind itzt in waschen und ausbesserung meiner spitzdazlen begriffen, und die grosse tochter hat dem Wolfg: ein schönes paar spitzdatzeln verehrt. Ich kann dir die Ehrlichkeit dieser Leute nicht genug anrühmen, sie empfehlen sich alle dir, und sonderh: dem ganzen Hagenauerischen Hause. wenn H: Johanes immer alles gutes von dem Widerischen Hause spricht, so versichere dich, daß er niemals genug sagen kann; ich habe auch ein wenig die Leute in dieser Welt versucht, allein ich habe wenige, ja sehr wenige dergleichen, wie diese sind, angetroffen; denn nebst dem, daß sie dienstfertig, redlich und voll der Ehrlichkeit und Menschenliebe sind, so sind sie auch dabey höflich, voll der guten Art und keineswegs stoltz auf die erwiesenen Höflichkeiten. vor anfange des kommenden Monats werden wir nicht aus Venedig kommen. Es bleibt übrigens immer richtig, daß wir, wo nicht auf Josephi footnote4 doch auf die Charwoche und |: mit Gottes Hilfe :| zu Ostern gewiß in Salzb: seyn werden. Ich hätte bald geschrieben: zu Hause! allein mir ist beygefallen, daß wir zu Hause nicht wohnen können.
du must mir also schreiben, ob wir beym Sailerwirt, beym Stern, oder beym Saulentzl einlogieren sollen. Ich glaube es wird am besten seyn ich nehme meine Wohnung im Löchl, so habe alsdann nicht weit ins Hagenauer Hauß. So, wie wir |: wie die Soldaten :| unter einander schliefen, können wir nicht mehr seyn; der Wolfgang ist nicht mehr 7 Jahr alt etc: Ich hab dir übrigens nichts mehr zu schreiben, als daß wir euch 10000000 etc: mahl küssen und in guter hofnung Leben euch bald zu sehen, um dir mündlich zu sagen daß ich bin dein alter
Mozartmpa

Wir sind schon bald genug in den gondoln gefahren.
die ersten täge bewegte sich im schlafe das ganze Bett, und ich glaubte immer ich wäre in der gondola.

NACHSCHRIFT MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

Ich lebe auch noch und bin gott lob und danck gesund: die de amicis hat hier zu s: benedetto recitirt. footnote5 Sage dem H: Joanes daß die widerische berlein footnote6 immer von ihm reden, und vorauß die Mad:elle: catharina, und er soll bald wieder auf Venedig komen, um sich nb: die attáca geben zu lassen, daß ist, sich auf den boden dem hintern brellen lassen, um ein rechter Venezianer zu werden: mir haben sie es auch wollen thuen, haben alle 7 weibsbilder zusamm geholfen, und doch waren sie nicht im stande mich zu boden zu bringen. addio. Meinen handkuß an die Mama, und an alle gute freünd und freündinen ein Compliment von uns beyde lebe wohl amen.

NACHSCHRIFT LEOPOLD MOZARTS

Wir haben bei dem Bruder des Sgr: Lugiati gespeist. morgen speisen wir bey Sr: Ex: Catharina Cornero, am Sontag Beym Patriarchen, am Montag bey Sr: Ex: Dolfino. etc: wir werden kommende woche meistens bey die Nobili speisen.
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 232 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.