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Alternative Versionen von Brief 184
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Werke von Mozart in Brief 184

À Madame / Madame / Marie Anne Mozart à Salzbourg

Napoli 19 Maggio 1770.

Mein letztes aus Rom unter dem 2ten May wirst du richtig erhalten haben. Mir ist leid, daß ich dich so lange ohne Briefe lassen müssen, und ihr werdet in nicht geringen Sorgen unterdessen gewesen seyn. wir sind den 8ten May in Gesellschaft dreyer anderen Sedien, oder 2 sitzen wägen um 10 uhr vormittag von Rom abgereist, haben zu Marino im Augustiner Closter ein kleines Mittagmahl um 1 uhr genommen, und sind den 11ten nachts zu Sessa abermahl in einem Augustiner Closter über nacht wohl Bewirthet worden, und am 12ten Mittags in Capua bey den PP: Augustinern angelangt, in der Meinung abends in Neapel zu seyn. allein es fügte sich, daß eben den Sontag darauf nämlich den 13ten die Einkleidung einer Dame in demjenigen kloster vorsich gehen sollte, wo einer meiner Reisegeferten P: Segarelli vor einigen Jahren beichtvatter war.
Er sollte also dieser Einkleidung beywohnen, und er bath uns auch alda zu verbleiben; wir sahen also diese Einkleidung, die sehr prächtig war, und wozu ein Capellmstr samt 3 bis 4 Wagen virtuosen den 12ten abends noch anlangten, und gleich durch Sinfonien und einen Salve Regina dieser Feyerlichkeit den Anfang machten.
Alle diese Virtuosen wohnten in dem näml: Augustiner kloster. du kannst dir also leicht einbilden, daß wir denselben abend späth schlafen gegangen. die Einkleidung war aber am Sontage darauf erst um 12 uhr Mittags, oder viellmehr das Amt, dann die ganze Sache endigte sich gegen 3 uhr. Ausser den Cavalliers und Damen, so die nächsten freunde waren, war niemand zu der Tafel in dem Frauen Closter eingeladen als wir 2. alles zu beschreiben wäre nicht möglich. am Montage schliefen wir bis 10 uhr, und nach dem Mittagessen fuhren wir nach Neapel, wo wir abends beyzeiten anlangten. wir wohnten 2 nächte in einem Hause so dem Closter der Augustiner à S: Giovanni Carbonaro zugehörte, Nun sind wir in einer Wohnung, wo wir monat: 4 duggatten unseres geldes oder 10 duccati d`argento bezahlen müssen. Wir sind gestern nach Portici gefahren um dem Minister Marchese Tannucci aufzuwarten. Morgen werden wir wiederum hinausfahren. wir hatten gestern abscheulichen regen, und sehr frische Luft. wir haben unsere schönen düchene Kleider in Rom gelassen, und haben unsere 2 schöne gallonierte Sommerkleider anlegen müssen. des Wolfg: seines ist Rosenfarber Moar, doch von so besonderer farb, daß es in Italien Colore di fuoco oder feuerfarb genännt wird: mit silbern spitzen, und Liechthimmelblau gefüttert.
Mein Kleid ist eine Art von Zimmetfarb, ein piquierter florentinerzeug, mit silbern spitzen und Apfelgrün gefüttert. Es sind 2 schöne kleider, die aber, bis wir nach Hause kommen, wie die alten Jungfern aussehen werden. gestern abends besuchten wir den Englischen gesandten Hamilton footnote1 (unsern bekannten aus London), dessen frau ungemein rührend das Clavier spielt, und eine sehr angenehme Person ist. Sie zitterte, da sie vor dem Wolfg: spielen sollte. sie hat einen kostbaren flügl aus Engelland vom Tschudi, mit 2 manual und die Register mit einem Pedal um solche mit dem fuß abzuziehen. footnote2 wir fanden Mr: Beckfort footnote3 und Mr. Weis bekannte aus Engelland alda. den 16ten haben wir bey H: B: Tschudi |: der zu Salzb: war :| gespeiset. Er hat mir an Se: Ex: Gr: Spauer und alle gute freunde seine Empf: und sonderheitl: dir und der Nannerl alles erdenkl: zu schreiben aufgetragen. Er hat unzählige mahle, sonderheitl: bey unserem Eintritte und fortgehen geküsset, und uns in allen Gelegenheiten seine Dienste angetragen. Vorgestern begegneten wir auf der strasse den Mr: Meuricovre aus Lyon, der uns aller Orten suchte, an uns auch einen Billiet sammt seiner addresse im August: Kloster Ließ, und uns endlich von ungefähr antraf. Er gieng mit uns in unsere Wohnung und führte uns dann in sein Haus. wir sollten morgen bey ihm speisen, allein, da wir morgen nach Portici fahren müssen, so kann es nicht seyn. Er Empfehlt sich euch allen von Herzen. Er stehet hier mit einem in Compagnie: beyde haben mir ihre dienste in allen Vorfallenheiten angetragen. du wirst dich wohl noch erinnern. ein brunetter junger Mensch; der das Italliänische Lied mit den Brillen auf der Nase dem Wolfg: oft hat singen müssen. wie Lange wir hier verbleiben werden, weis dir noch nicht zu sagen. ich habe keine andere wahl, als 5 wochen oder 5 Monate. Ich glaube aber 5 wochen. doch kommt alles auf die Umstände an.
als ich am Tage S: S. Philipi und Jacobi footnote4 in der Kirche der hl: hl. Aposteln in Rom das Hochamt hörte, sahe ich ein bekanntes Gesicht vor mir stehen.
Er näherte sich; und wer war es? - - es war unser ehemahliger bedienter Porta. Er war sauber gekleidet, gespitzte Dätzln, eine goldene uhr. etcetc: Er war in Corsica mit den französ: truppen. den anderen tag kam er mir seine Dienste anzutragen, eben da der H: Meissner angelanget. ich bedankte mich und gab ihm kein gehör. frag nur H: Meissner, er hat ihn gesehen. Der Kerl ist ein avanturier.
Bedaure die Zufälle der Fr: Adlgasserin von Herzen, ich hoffe sie wird sich wohl befinden meine Empf: an beyde. Die de amicis empf: sich sammt ihrer Mutter, bruder etc: dir und der Nannerl.
da wir den Articul wegen dem Miserere gelesen, footnote5 haben wir alle beyde hell lachen müssen.
Es ist desswegen gar nicht die mündeste sorge. Man macht ander Orts mehr daraus. ganz Rom weis es; und selbst der Pabst weis es, daß der Wolfg: das Miserere geschrieben. Es ist gar nichts zu beförchten: es hat ihm vielmehr grosse Ehre gemacht, wie du in kurzem hören wirst. footnote6 du sollst absolute den Brief aller Ort lesen lassen, und solches Sr: Hf: Gden zu wissen machen.
wenn die Portrait footnote7 gut getroffen sind, so magst du ihm zahlen, was du wilst.
Nun muß ich schliessen, dann wir müssen zu Kaysl. Gesandten Gr. v Kaunitz.
Lebt wohl, wir küssen dich und die Nannerl 1000 mahl und ich bin dein alter
Mztmpa

Hofe Dein Catharr wird längst vorüber seyn.

BEILAGE MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

neapel. il 19 maggio 1770

Cara sorella mia. footnote8
alla vostra lettera non saprei veramente rispondere, perchè non avete scritta niente quasi. i Menuetti del sig: Haiden footnote9 vi manderò quando avrò piu tempo, il prìmo gia vi Mandai. ma dflolo vlrotlul fcu nfcut, dh umot afr glocurflbln ofl wmrln glotsumiol Alnhlt, umot dh ohl ltwm
glotsueln, sdlr wfl [ dieses verstehe ich nicht, du hast mir geschrieben sie wären gestohlen Menuet, hast du sie etwa gestohlen, oder wie ]?
vi prego di scrivermi presto, e tutti i giorni della posta. io vi ringrazio, di avermi mandato questi Rechenhistorien, footnote10 e vi prego, se mai volete aver mal di testa, di mandarmi ancor un poco di questi Künsten. perdonate mi che scrivo si malamente, ma la ragione è perchè anche io hebbi un poco mal di testa. den zwölften Menuet von heiden den du mir geschickt hast footnote11 gefählt mir recht wohl, und den Bass hast du unvergleichlich darzu Componirt, und ohne mindisten vehler, und ich bitte dich probiere öfter solche sachen: die mama soll nicht vergessen, die flinten, alle beede puzzen zu lassen: schreibe mir, wie es den H: Canari geht, singt er noch? pfeift er noch? weist du warum ich auf den Canari dencke? weil in unsern vorzimmer einer ist, welcher ein gseis macht wie unsrer. apropos, der H: Johanes wird wohl unsern gratulations Brief empfangen haben, den wir haben schreiben wollen, wen er ihn aber etwa nicht empfangen hätte, so werde ich ihms schon selbsten mündlich sagen zu Salzburg, was darinen hätte stehen sollen. Gestern haben wir unsere neue gleider das erstemahl angezohen, wir waren schön wie die engeln, ich fürchte aber, wir werden weiter nichts schönes mehr nach haus bringen.
addio leb wohl, an d` nandl meine empfehlung, und sie soll fleissig betten für mich. ich bin
Wolfgang Mozartmpa

BEILAGE MOZARTS AN SEINE SCHWESTER

den 30gsten wird die opera anfangen, welche der Jomèlo Componiert.
die königin und den könige haben wir unter der Mess zu porteci in der hofcapeln gesehn, und den fesufius haben wir auch gesehen: neapl ist schön, ist aber vollkreich wie wien und paris. und london und neapl in der impertinenz des volks, weis ich nicht, ob nicht neapl london übertrift, indem hier das volk, die laceroni ihren eignen obern oder haupt haben, welcher alle monath 25 ducati d`argento von könig hat nur die laceroni in einer ordnung zu halten. bey der opera singt die Deamicis, wir waren bey ihr, und sie hat uns gleich gekent. die zweyte opera Componiert Càfaro, die 3te Cìcio de màjo, und die vierte weis man noch nicht. gehe fleissig ins Mirawell in die liteniaen, und höre das Regina cœli oder das salve regina, und schlaf gesund, und las dir nichts böses träumen. an H. von schidenhofen meine grausaume empfehlung, tralaliera, tralaliera, und sage ihm, er sol den Repetiter menuet footnote12 auf den Clavier spiellen lernen, damit er ihm nicht vergessen thuet, er soll bald dar zu thuen, damit er mir die freüd thuet machen, das ich ihm einmahl thue accompagnieren.
an alle andre gutte freund und freündinn thue meine empfehlungen machen, und thue gesund leben, und thue nit sterben, damit du mir noch kanst einen brief thuen, und ich hernach dir noch einen thuen, und dan thuen wir immer so vort, bis wir was hinaus thuen, aber doch bin ich der, der will thuen bis es sich endlich nimmer thuen läst, inzwischen will ich thuen bleiben . footnote13
Wolfgang Mozart
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Eisen, Cliff et al. Mit Mozarts Worten, Brief 184 <http://letters.mozartways.com>. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.
Mit Mozarts Worten. Version 1.0, herausgegeben von HRI Online, 2011. ISBN 9780955787676.