The Hartlib Papers

Title:Extracts From Poleman, Scribal Hands I & ? & Hartlib, In German
Dating:19 September 1659 - 9 January 1660
Ref:60/4/190A-195B: 191A-B, 193B, 195A-B BLANK
Notes:Copy of extract 60/4/190A dated 12 September at 60/4/171B.
[60/4/190A]

[Hartlib:]
               Americana MS. Chymica.
          Ex Literis Polemani No.6. Sept. 5. 59./
  Die vbersandte MS (Americana) habe Ich wol erhalten Bedancke mich herzlich dafur, den solches Scriptum mihr sehr wol gefòllet vnd mit meinem fundament sehr vbereinkommet, Ich halte aber dafur dass noch ein Clavis oder Elucidation darbey sein musse. Ich sehe aber auss demselben so viel dass wol keines darauss ein Process wird formiren vnd laboriren können, es sey den dass Ihm die sache zwar bewust sey, oder Er ein schlussel zu diesem MS. habe. Ich wolte gerne vernehmen was doch H. Clodius von diesem MS Americano judiciret Ich finde furtrefliche [fundamenta?] vnd elucidation, insonderheit vber den Cosmopoliten darin, vnd ist wurdig dass man fleissig lese.
          Ex literis Polemani No.7. Sept. 12.      /
 - Dass der H. Harprecht judiciret habe dass Eines der MS. Americanorum oder des Riplæj ein genuinum vnd das andere sophisticum sey, wolle der H. nicht vergessen bey H. Brereton deswegen nachzufragen. vnd mihr wieder avisiren, dan solches dienet vns zur nachricht, damit man darauss sehen kan in welchem fundament der Harprecht selbst stehe, dan das judicum allezeit also gestellet ist, wie die wissenschaft des gemuthes beschaffen./
[Hand ?:]
          Number 10 - Octob 3 - 59.
Für die relation vom zustande, wandel vndt curen dess Adepti in new Engellandt, bedancke ich mich
[60/4/190B]

freundtlich, vndt ist mir sehr lieb, dass mir der Her solches eröffnet, Gott bekròfftige vnd stercke ihn, vndt alle die seines Heiligen nahmens ehre, vndt dess nehesten mitleÿdentliche liebe von hertzen suchen.
[Hand I:]
     Ex Literis Polemani No.10. Octob. 3. 59.
Noch viel angenehmer ist es mihr zu vernehmen, dass auch der H Clodius des Americani Philosophi Process, wie er von tage zu tage laboriret, mir mittheilen will, welches zu lesen mich sehr delectiren wirdt; vnd weil er versprochen ehester tage solchs mir zu communiciren, als erwarte ich solchs mit (NB) ehester post, vnd bitte Mein Herr wolle solchs beÿ ihm vrgiren, vnd dass promissum cadit in debitum zu erinneren nicht nachlassen. Mein Herr wird mir hierin eine sonderliche liebe erweisen; drumb bitte nochmahlen solchs aufs eheste ins werck zu stellen./
[Hartlib:]
     Ex No. 12 15. Nov. 7. 59./.
 Ich verstehe sonsten dass die MS. Americana nicht so sehr geheim mehr sein als Mein Herr Ihnen vieleicht einbildet, massen vor wenigen wochen ein Medicus von Cleve bey mihr gewesen, welcher sie per Tertium von H. Morian bekommen, wie auch den Clavem so Er sich bey sich hatte vnd mihr zeigete Ich conferirte Ihn mit H. Clodii mihr vbersandter Eluciation aber fand keine totalem [convenientenz?]. Ich möchte gerne berichtet sein, ob noch mehr Bucher vom selbigen Americano geschrieben sein, vnd ob sie nicht bey H. Clodio anzutreffen. Dan gewisslich. wo Ich das werck volkomlich hòtte, Ich wolte es alsbald zum druck verfertigen vnd befordern. Dan es wird niemand einen richtigen Process ad imitandum darauss neh-
[60/4/191A]

nehmen können, vnd dennoch wurde es die begierigen gemutter. gewaltig aufmuntern Solten aber nicht mehr vorhanden sein [word deleted] vnd dass Mein Herr vnd H. Clodius consentiret so wil Ichs ehestes hier drucken lassen. Erwarte mit ehesten des H. einrathen vnd bericht.
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               Ex No.21. Ian. 9. 1660
 -- So Ich geschrieben dass in den Americanis MS. keine sonderliche sachen weren, habe Ich also verstanden, dass keine Arcana darin mit solchem klaren verstand begriffen, dass sie einiger mensch darauss solte machen können. Vnd das ist die wahrhaftige warheit drumb man sie auch sicherlichen publiciren kan. Dass aber nicht sonderliche schöne Philosophische vngemeine discursas vnd fundamenta darin solten sein, das ist nie in meinen sin gekommen zu sagen, sondern sein darin vortreflich vnd mit grosser lust zu lesen.
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[60/4/192A]

          M. Elias Ioh. Hesling. Theophrastus
                              Redivivus./
     Ex Literis Polemani No.8. Sept. 15. 59./
[Hand ?:]
Dieses buch jahr <Hartlib: ist> noch ein ander newes buch aussgangen, in 4to, etwa 5 bogen, dessen Titulus ist Theophrastus redivivus, erklòrende den usum practicum Azothi seu lapidis philosophorum medicinalis, beschrieben durch M. Eliam Iohannem Kesling, Arnstadiensem Thuringum, jetzt pffarhern zu Aurach in wirtenberger landt: dieser Elias gibt sich aussdrucklich auss für den Eliam Artistam[altered], vndt ludirt anagrammatice gewaltig auff sich, vndt seinen nahmen, ziemlich lòcherlich zu lesen, propria enim laus semper sorduit et adhuc sordet, pessimè, vndt scheinet dieser gutter man decumbire gar schwer an der fast unheilbahren kranckheit philautia, dieser Author ist viel jahr ein feldtprediger gewesen, vndt hatt ungefehr in den raubwesen an einem verborgenen orth ein Manuscriptum gefunden, da muss beschrieben gewesen sein ein gutter göldischer precipitòt, dessen præparation dem Authori [letter deleted] fünff jahre consumirt, wie er selber bekennet, vndt nach dem er gesehen, dass dieser præcipitæt solche grosse curen verrichte, ist er zugefallen, vndt hatt solches nicht allein für dess Paracelsi Azoth [two letters deleted] vendidirt, sondern sich auch zum Elia Artista prostituirt; so mein Her solches büchlein zu lesen beliebt, wolle er solches vermelden so sols Her Beet nebenst andren sachen übersenden. /. /
[Hartlib:]
          Ex No. 15. Nov. 7. 59.
[Hand I:]
Von dem new-erfundenem vnd sich selbst aussgebenden Elia Artista, dem authore des Tractatus Theophrasti Redivivi, nahmens Magister Hesling, ist mir dieser tage von vertrawter hand [catchword: aus]
[60/4/192B]

auss Nürenberg also geschrieben: Der newe Theophrastus verkaufft seine Vniversal Medicin an iederman, 4 gran für 1 Reichsthaler, siehet zum theil auss wie ein Spanisch mahl, zum theil auch gantz bleich-gelblicht; das roth-gelbe soll für alle kranckheiten, das fahle aber absonderlich den lung-suchtigen dienen. Die Dosis ist 1 gran vnd haben es alhier schon viel leute gebrauchet; theils loben es, theils auch nicht. Die principia wie er selbsten meinem vatter geschrieben, seÿn aurum, argentum, mercurius vivus, vnd ein aqva vitæ, oder vielmehr Menstruum, vnd hat dieser Man einen starcken zulauff, vnd verdienet ein schönes gelt; ordnet auch darbeneben den patienten andere Medicamenta; Er hat meinem Vater auch 3 [uncia?] seiner Universal Medicin oder Azohts gesandt, mit ersuchen, den presthaften darvon 4. gran für 1 Reichsthaler zu zu wegen, damit er nicht so viel mühe haben möge. H Doctor Sibilist in Hamburg helt gar viel auf M Hesling, vnd hat auch viel seiner Medicin bringen lassen zu ihm, ohn zweiffel muss er etwas gutes damit schaffen. Der Azoht schmeckt etwas vitriolisch, vnd wird dem H deser Process wohl auch bekandt seÿn, vor des Theophrasti Vniversal aber kan ich es noch nicht erkennen. Hactenus ille.
[Hartlib:]       Ex No.17. Dec. 5. 59./
[Hand I:]
Gleich ietzt bekam ich ein schreiben auss Nürnberg von 28 Nov. in welchem vom newen Theophrasto also gemeldet wirdt, Der newe Theophrastus beÿ Stutgard wohnende, hat ihme ein schöne stuck goldes mit seinem Azoht, der ein rothes pulver ist, geschaffet, in dem die welt immer was newes haben vnd betrogen seÿn will. Nach dem aber der Azoht seine aussgeschriehene tugenden nicht erweiset, wirdt er ziemlich verachtet, vnd letztlich sein Meister ein betriger tituliret werden.
[Hartlib:]       Ex No.20. Ian. 2. 1660.
[Hand I:]
Hierzu ist noch das dritte gekommen, wass mir auss Nurnberg vom newen Elias Artista, oder newen Theophrasto vermeldet worden, davon die wort meines Correspondenten lauten also: Anlangent des newen Theophrasti Medicin oder Azoht, habe ich in warheit von selbigem [catchword: nicht]
[60/4/193A]

nicht ein grònlein mehr beÿ handen, sondern selbige, nachdem ich nicht mercken oder von den patienten vernehmen können dass es das würcke wass der Author im druck gegeben, alles mit ein ander wieder zu ruck gesandt, der Author mag auch sagen davon <darzu> wass er wolle, Er hat 4. gran vor ein Reichsthaler verkaufft, so es das gethan wass er Ihm zuschreibet, were es nicht zu tewer, allein weil es ein solchs nicht würcket, sondern nur saliviren, vomiren, purgiren vnd schwitzen, welchs auch der gemeine præcipitat thut; als ist solchs von den meisten nur für ein Men: præcipitat mit auro vermenget, titulirt worden, wie den der Author selbst im tractat schreibet, dass es ex mercurio auro, et argento gemacht werde, vnd solcher massen noch weit von des Theophrasti Azoht ist. Mag auch desswegen nicht darmit umbgehen, vnd die leute mit vnwarheit berichten; der Author aber mag sehen wie er es verandtworten kan. Den alhier ein Patient saget, dem ers selbst gesandt vnd verordnet, dass wen der Author als eine geistliche persohn seine schòfelein nicht besser weidet als seine patienten, er schwerlich werde in Himmel kommen. So ist der Author, unerachtet <er> ein Geistlicher, dennoch ein grosser schwetzer. Hactenus Noribergensis Amicus. Solchs dem H vnd H Clodio zur nachricht melden sollen.
[60/4/194A]

[Hartlib:]
               Glauber. Glauberiana.
     Ex literis Polemani No.12. Octob. 17. 59./
[Hand I:]
Der H wisse, dass H Morian itzt nicht mehr so viel von Glauber halte als vor diesem, den er überzeuget ist, dass das jenige gelbe metal, welches sein vermeintes aurum putabile gemachet, kein wahres golt, noch in allen proben bestehen könne, welchs mir ein vertrawter freundt gesagt, der dem H Morian solchs ex veris fundamentis demonstrirt, vnd H Morian ihm auch hat müssen recht geben. Itzt kompt Glauber wieder mit newen Inventionen für den tag, für gebend, er könne die mineram Cupri mit einer fusion in ein corpus schmeltzen, da es sonsten confusiones bedarf etc aber der vnbedachtsame Mann verrathet sich eben hiermit selbst: den so sein aurum potabile ein solch wunderthòtig sache were, wie er es aussschreÿet, so dörffte er sich nicht bemühen umb die Mineram cupri zu schmeltzen, vnd dieselbige für geldt ausszubieten. Drumb hinckende bothe kompt allezeit hernach, wen man mit lugen vnd sophistereÿ umbgehet.
[Hand ?]
Gleich diese stundt kompt ein vertrawter freundt zu mir, berichtende, dass Kretzmer dem Glauber für sein aurum potabile 800 reichsthaler gegeben habe, damit wil er nun den mercurium in aurum in grosse quantitòt verwandeln; so nur seine gethane psentationes redlich gewesen, er hette dem Glauber so viel gelt für seine Sophisterey nicht geben dörffen.
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[Hartlib:]
          Ex No.21. Ian. 9. 1660.
-- Dass Glauber sonderliche wissenschaft habe in wein-machen auss honig rosinen etc nach H Morians zegnuss
[60/4/194B]

solches mag woll sein, vnd were ja nicht gutt, dass Er nit etwas wahrhaftiges wissen solte; Es kan aber auch wol sein, dass Er dem gutten H Morian gutten naturlichen wein fur seinen kunstlichen aussgegeben. Dan die liste dieses Glaublosen Glaubers ist sehr gross.
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