The Hartlib Papers

Title:Extracts From Poleman, Scribal Hands K, I, ? & Hartlib, In German And Latin
Dating:7 November 1659 - 5 December 1659
Ref:60/4/151A-160B: 151B-152B, 155B-156B, 157B-158B, 159B-160B BLANK
Notes:First extract is a continuation, with some overlap, of 60/4/143A; copy of remarks on regrowth of hair at 60/4/127: copy of second extract 60/4/153B at 60/4/125A.
[60/4/151A]

[Hartlib:]           Viper-Wine.
          Ex Lit. Polemanni. No.16. November 21. 59./
[Hand K:]
 Dass Herr Clodius mit seinem Vino Viperino solche statliche curen, und unter andern eine fast miraculosam curam in quartana verrichtet, solchs ist mir sehr lieb zu hören; und gibt mir Mein Herr durch solche relation anlass auch meines Vini Viperini zu gedencken, mit bitte den Herrn Clodium von mir zu grüssen, und ihm dieses mein experimentum vorzulesen, hoffende er werde dem Herrn antworten, ob seine præparation mit der meinigen übereinkomme; oder ob seine besser sey, und worin die differentia zwischen beyden bestehe. Mein præparation verhòlt sich also: ich thue in ein kleines newes fòsslein von eichen holtz 10 maass süsses starckes Spanisches Weins, und dahinein thue ich 2 oder 3 lebendige viperas, je giftiges je besser, mache das fòsslein fest zu, und lass es im Keller liegen 6 mohnat; so zerweichet der wein die viperas gantz und gar, confermentirt sich mit ihrer essentz und wird ein sehr kròftiges alexipharmacum, darvon ein trinckglòselein voll curirt alle giftige und hitzige affectus, insonderheit die pest, mit verwunderung; und so mans etlich tage hintereinander gebraucht, renovirt es den gantzen menschen; ja ich habs erfahren, dass etlichen die haar ausgefallen, und newe wieder gewachsen sein; Ich wil hierauf Herrn Clodii præparation und experientz in der Medicin auch erwarten.
[60/4/153A]

[Hartlib:]         Helmont
          Ex Literis Polemani No. 15. Nov. 7. 1659./
[Hand ?]
Der Helmontius ist hier (amsterdam) angekommen vor 3 tagen, worauss erhellet dass dass von Paris angekommene gerücht von seiner ankunfft dar, falsch gewesen, wie lang er nuhn hier verbleiben oder worhin er sich ferner wenden werde, solches muss die zeit lehren: Seines Sòl. natur: tractatum manuscr: in verbis et lapidibus magna est virtus, welchen mir der Her fur etliche wochen communicirt hatt wolte ich gern dieser tagen durch Hern Beet drucken lassen, welcher auch willig darzu ist, hab doch zuvor Meines Hern guhtachten vndt consensum hiermit erbitten wollen, mit bitte ehester post sein meinung hierüber zu melden, auch zu berichten ob noch beÿ Hern Clodio oder andern freunden noch mehr MSS Helmontii verhanden, vndt ob man dieselben nicht könte oder wolte citò übersenden damit dieselben beÿ den itztgedachten zugleich gedruckt vndt aussgegeben werden möchten. /.
          Ibidem.
Her Hübner hatt sonsten hier (amsterdam) sehr schmertzlich erwartet die ankunfft dess Helmontij welcher in seinen augen der gröste, (so nur nicht auch der einige) philosophus nostri ævi [word deleted] in toto orbe ist, vndt gleichsam admirabunde von ihme adorirt wirdt, vieleicht hoffet er noch etwass grosses von ihm umb seinen grossen staat desto
[60/4/153B]

besser ausszuführen; Wo bleibet aber dass armselige leben Iesu Christi, wo von welchen der Helmont (der vor 2 jahren sich hatt zu Franckfurt zum Baron machen lassen) so sehr viel in allen zusamenkunfften schwòtzet, vndt von welchen Her Hübner tòglich so schöne bücher insonderheit den Iacob Böhmen lieset? - Nun, Gott helffe uns alle in gnad, vndt führe uns als irrende schaffe auff seine wegen. /.
[Hartlib:]    Ib.
-- gleich izt ist mir Galenus begegnet, berichtende dass Helmontius bey Ihme logire vnd wohl ein pahr Monath bey Ihm verbleiben werde.
          Ex No. 17. Dec. 5. 59./
[Hand I:]
Von des Helmontij Manuscripto de Fermentatione, habe ich zwar zuvor wohl mehrmahls gehört, aber niemahls etwas darin gelesen. Ich möchte aber gern wissen, an welchem orthe H. Clodius solches Manuscriptum gelesen; vnd ob man nicht von dannen noch dessen Copey haben könte
In gleichen, möchte ich wohl gern auch wissen, ob noch andere Tituli vnd Manuscripta von Helmontio vbrig[umlaut on v], so noch nicht gedruckt seÿn. Es were fürwar gut nutzlich, vnd schuldiglich, dass man von des Helmontij sachen nichts hinterhielt sintemahl es der Sòlige Author ja nicht invidus darmit gewesen, sondern offentlich in die welt geschrieben, warumb solte man dan solchs der welt missgönnen wollen, welchs der Author selbst ihr gegönnet. So kompt ietzt herauss das jenige was Helmontius in seiner Brabantischen muttersprache geschrieben, darin gar schöne dinge seÿn sollen, wie mir Galenus erzehlt, der es gelesen ehe es gedruckt wardt. Itzt aber ists schon fertig gedruckt, wirdt aber noch nicht fertig verkauft, soll doch in wenig tagen aussgegeben [catchword: werden]
[60/4/154A]

werden; den der verleger wartet auf ein privilegium.
Ich bitte Mein Herr wolle doch beÿm Herrn Clodio oder andern lieben freunden nachfragen, woher man doch wohl noch die restirenden Manuscripta Helmontiana latina erlangen könte. Den Indicem betreffend, so der Edelman in Franckreich über Helmontium gemacht, were es gut, so Mein Herr selbigen könte erlangen, Ich will schon verschaffen dass er soll gedruckt werden, dem gemeinen besten zum mercklichen nutzen. /
[Hartlib:]          Helmont Iunior
[Hand I:]
Was Helmontius mit Galeno. gutes mache, vnd mit einander operiren, ist nicht wohl zu penetriren: den diese leute beiderseits so sehr geheim, dass auch nicht das geringste zu errathen, viel weniger zu erfahren: Mag derowegen mich auch desswegen nichts bemühen, weil sie ja so secret ihre dinge wollen gehalten haben. Zu dem finde ich in meinem geringen hausse so viel zu thun, dass mir wohl vergehet anderer leute thun zu vntersuchen: Iedoch solte es mir eine frewde sachen, confident vnd offenhertzig mit ihnen umbzugehen, aber ihr gemuth ist also nicht constituirt, sondern haben eine solche Maximam vnter sich, keinem, keinem, ja keinem (sage ich) menschen zu Men trawen, sondern an allen worten der Menschen zu mistrawen, vnd nicht zu glauben dass die leute es also meinen wie sie reden, Welchs dan auch zwar ist wahr ist von den meisten hauffen; solchs aber so sehr extendiren, dass man gar vnd gantz keinem nicht trewen wolle, solchs ist gewisslich ein vnfehlbares kenzeichen, dass in solchen hertzen ein solcher geist vnd gast logirt, dem auch nicht zu trawen, sondern der mit list vnd falschheit vmbgehet. Aber was rede ich elender Mensch; ich will lieber anfangen vnd mich selbst vntersuchen, für Gott verklagen vnd verdammen, damit ich von Christo möge auss lauter gnade, gerechtfertiget werden. Was hab ich mich mit eines andern mistrawen zu bekummern: Ich habe in thorheit erzehlt eines andern verkehrte vnd eingebildete weissheit: doch seÿn mir auch sehr viel thorheiten, narrenpassen, ja Marcolphische betriebene [gauchelagen?] vom [catchword: Helmontio]
[60/4/154B]

Helmontio erzehlet, die er hin vnd wieder betrieben hat, welche mir ein solchem ukel für ihn machen, dass wan ichs mit augen sehe, dass er den zehnmahl multiplicirten Lapidem philosophorum hette, ich mit ihm keine familiaritòt halten könte, es were den sache, dass ich erkennete, dass er in dem centro seiner seelen solchem passen abgestorben, vnd ernsthafftig für Gottes angesicht in stetiger kindlicher furcht zu wandeln anfinge. Herr IESV helf uns allen, Amen!/
NB Hæc inter nos dicta sint, rogo, nullius enim affirmationi vel minimum detractum cupio, Tibi soli itaque hæc reserves, nec alli communices, obstestos seriò, conum Dei falle.
--------------------------------------------------------
[Hartlib:]
        Grem Arbor integra super Helmontj Doctrinam etc.
     Ex. No. 17. Dec. 5. 59./
[Hand ?:]
Dess Oswaldi Grems arbor integra super Helmontij doctrinam fundata [letter deleted] ist mir wol [bekant altered], [Hand I:] vnd hat er ein gutes werck gethan, in dem er den Helmontianam in richtiger ordnung gebracht, vnd [seine altered] zerstrewete pathologiam in gewisse capita gebracht, vnd vnter die abgetheilete morbos reducirt. Dieses ist aber zu beklagen, dass er nimmer allegirt von wannen er die wort vnd lehr des Helmontij genommen, sondern setzt nur simpliciter die verba dahin: Ausser diesen bringt er nicht das geringste licht dem Helmontio zu; den da er endtlich von der præparation der Medicamentorum handelt, da erzehlt er auch wohl des Helmontij wort, erklòhrt aber nichts, sondern setzt loco explicationis die processus Hartmanni, Crollij, [Lucrietani?], Penoti etc etc dahin. Summa, der man hat gethan was er gekundt hat, vnd fürwar, so er hatte die Loca allegirt auss dem Helmontio, so hatte er der jugendt ein sehr angenehm dienst gethan. Itzt aber ist ihnen nur halb damit gedienet, nach meinem geringen verstande. Es ist ein buch in 4to, ungefehr 2. gute finger dick./.
[60/4/155A]

[Hartlib:]
          Mercurius ex Saturno.
     Ex literis Polemani No.16. Nov. 21. 59./
[Hand K:]
Bitte vom H Clodio zu vernehmen, ob er den mercurium aus plumbo gemachet, oder jemand anders. kennet der ihn machen kan. es ist jemand der etwas grosses præsentirt für solche præparation, aber es muss gewiss sein, damit man nicht vergeblich darauf arbeit und mühe anwenden dörffe.
[Hartlib:]      Ex No. 17. Dec. 5. 59./
[Hand ?:]
Den mercurium auss Saturno [letters deleted] anbelangendt, welchen der man zu London suchet, beÿ Hern Clodio vermeine ich wurde der Adeptus dem Hern Clodio hiervon gutte information geben können, den ich gar nicht zweifflen kan, dass der Adeptus nicht solte den modum wissen die metalla in mercurium zu redigiren, wol der H derowegen den Hern Clodium fragen, ob er nicht meinet thunlich zu seÿn, dass er von seinen adepto ein solchen process erlangen könte, so könte er ein guttes stück geldes, oder ein ander reiches particular wieder dafür bekommen.
[60/4/157A]

[Hand K:]
          Kunrad
     Ex. No 17. Dec. 5. 59.
Das übersandte Extract aus dem Athanore Kunradi, lass ich in seinem werth; es ist aber dieser Author bey meiner wenigkeit in so schlechten Credit, als fast der Glauber, weil sie beyde eines schlages sein; denn es hat der Kunradus an vielen grossen Fürsten und Herren viele lòhre wort, vndt wirdt für grosse summen geldes verkauft; daran hat er solche scheinheilige unterhaltung und offentliche speisung der armen angerichtet, und hat doch in der that nichts gehabt, noch gewust, ohn dass er hat gar zierlich, und mit grossem erdichteten schein von der weisen opere reden können, wie mir solches der sòlige Dr Engelhart, qui ipsi Kunrado coætaneus fuit, erzehlet, der viel mit ihm umbgegangen, und gründtlich untersuchet, endtlich auch lehr und bloss von ihm ziehen müssen, mit sile decies, dass soll sein sileX. Dass war alle heimligkeit; desswegen haben auch die fratres roseæ crucis diesen Kunradum in ihren schriften dergestalt nach dem leben abgemahlet, und solchergestalt characterisirt, dass ich solche Encomia mit ihm nicht zu theilen begehre, wie ich solches vor [1 en?] 20 jahren mit verwunderung gelesen; so scheinet es auch, als ob die rache Gottes ihn verfolget, massen er, nach dehme er ein Convivium gehalten, und ohn zweiffl wohl bezechet wird gewesen seyn, in der nacht im schlaffe zu bluten angefangen, und im blut ersticket ist; denn Gott lasset sich nicht schertzen, und saget expresse im heiligen Decalogo, Er wolle nicht ungestraffet lassen seyn den, der seinen nahmen misbrauchet. Gott gebe uns ein bessern sinn, und verleihe uns den Sinn Christi, bey der heiligen kindtlichen einfalt zu und demuht zu bleiben.
[60/4/159A]

[Hartlib:]
               Spiritus Mundi.
     Ex Literis Poleman No. 17. Nov. Dec. 5. 59./
- Fur die communicata ex MS Morianis de Concentrando Spiriti Mundi bedancke Ich mich gar herzlich. vnd ist mihr Ein oder Ander Modus schon zuvor bewust gwesen. Es saget aber H Morian in dieser Description vnter Andern Er habe dem H. vor diesem eine weisse entdecket, durch Calcinirte Kiesel-steine (welche calcinatio durch handglòsser geschehen sol) das wasser der luft zu fangen vnd solcher Modus sey sicher vnd probiret, weil aber Mein Herr solchen Modum nicht darbey gefuget, als bitte Ich solchen aufzusuchen vnd ehestes zu vbersenden.
---                              ------------------------