The Hartlib Papers

Title:Extracts From Poleman In Scribal Hands A, ? & Mercator, German & Latin
Dating:25 July 1659 - 19 September 1659
Ref:60/4/30A-37B: 30A-31B, 35B BLANK
Notes:Part copies of 60/4/33 & 60/4/34 at 60/4/40 & 60/4/42 respectively.
[60/4/30A]

[Hand A:]
               Processus Vitrioli
     Ex Literis Polemani 25. Iulij. 1659.
 Betreffend das vbersandt Secretum Vitrioli, vber welches Mein Herr mein Iudicium begehret, kan ich dem H auss trewen hertzen nicht bergen, dass sich mit diesem process etliche 20. jahr hero die vaganten sehr geschleppet, vnd solchen manchen Hehrn vor viele 100 vnd 1000 Reichsthaler verkauft, wie ich dan auch darmit Ao 1643. 44. 45 tapfer bin vmbgeführet, da ich dan keine mühe gesparet, solchen aufs allerfleissigste nach zu arbeiten, aber alles vergeblich, den das werck sich also nicht anlòsset wie die schrift meldet, vnd weil ich ihn lauter vnwarheit befunden alss habe ichs verlassen, vnd andere nützlichere dinge für die handt genommen: zuletzt, nachdem die experientz schon vielen gelehret, dass nichts wahrhaftiges daran seÿ, als hatt man ihn ofentlich gedruckt zu Strassburg vnd hinten angehenckt an dess Basilij Valentini letztes Testamentum so dass ich den H versicheren kan dass nichts wahrhaftiges daran ist, vnd Mein Herr solches vor kein secretum halten wolle.
[60/4/32A]

[Hartlib:]     Spiritus Salis Tartari        Stone
                    Volatilis.
          Ex Literis Polemani Amsterdam Iuly. 25. 59./
[Hand A:]
 Anlangendt dess H P.S. so er auss einem andern freunde angehangt, berichte dem H dass selbiger author ein falsum præsuppositum setzet, vnd auss demselben argumentirt, warumb ich nicht anstatt dess Magisterii Calcis vivæ dem H Hübner den Spiritum salis tartari gegeben, massen es sich gantz anders verhelt, alss wie dieser author meinet, alss ob das sal tartari volatile wieder den stein etwas vermöge, welches doch nicht ist, wie ich [solches altered] durch genawer Observation vntersuchet, aber das Magisterium Calcis vivæ das thut etwas darwieder, obgleich lange nicht so viel, alss ich woll gerne wolte vnd was Basilius seinem Spirito Calcis vivæ adscribiret; drumb wer es besser gethan, die leute liessen ihr vnzeitiges vrtheilen nach, weil sie die sache nicht verstehen, vndt nur allein auss ihren eingebildeten gründen zu argumentiren wissen: es ist ein grosser vnterscheid vnter dem was einem die experientz lehret ja [catchword: vber]
[60/4/32B]

vberzeuget, alss was man ihme selber einbildet, vnd durch selbst gewirckte conceptus ihme selbst persvadiret, ia so kühn wirdt dass man auch nach demselben andere gevbete[umlaut on v] vnd erfahrene zu judiciren vnterstehet, welches fürwahr eine grosse vermessenheit vndt gantz vnchristliche kühnheit. ich aber sage dem H in aller wahrheit vnd auss wahrer experientz, dass dass sal tartari volatile bey weitem nicht so viel thut in promovendo calculo, alss Mein Magisterium calcis vivæ.
  Dass der H Stahl vnd H Clodius dess Kretschmers Tinctur verbessert, in dem <sie> den Spiritum Salis Tartari volatile darzugethan, darvon ich nichts vrtheilen kan, weil ich nicht weiss, wie sie ihr Sal Tartari haben zu einem flüchtigen [Spirito?] gemacht, obs nach dem wahren grunde (welcher mir Gott lob bewust ist) verfertiget seÿ oder nicht er lasse mir dan ihren modum wissen; so will ich ihme Mein judicium auss Meiner experientz candidissimè hiervon eröffnen, nicht allein aber das, sondern will auch weil der H der gòntzlichen Meinung ist alss ob das sal tartari volatile <H: den Blassen-stein> zermalmen würde, ad imitationem illorum mein [Spiritum?] Salis tartari volatilis
[60/4/33A]

mit derselben conjungiren vnd [vbertreiben umlaut on v], wan ich nur <right margin, H: berichtet wurde> was vnd wie sie procedirt, vndt was sie procedirt für ein weg gebraucht. Den ob ich gleich denselben itzt nicht fertig habe, so soll mich dennoch nichts daran abhalten denselben sampt der steintinctur vberzutreiben vnd zu conjungiren, so nur dem H hierdurch könte geholfen werden, sage aber nochmahlen auss warhaftiger experientz, vnd nicht auss wahn vnd meinung wie H Stahl, H Boyle vnd andere sagen mögen, dass er den blasenstein wahrhafftig nicht resolviren kan, ob er gleich die symptomata calculi vesicæ erleichtert, darumb löset oder zermalmet er den stein nicht, vnd ob gleich auch Basilius Valentinus solches auch saget, so hatt mich dennoch die Experients hierin etwas anderst gelehrt, vnd hat hierin (wie auch sonst noch in vielen anderen stücken) Basilius gar zu raum geredet, vnd heist itzo billich beÿ mir, magis amica veritas quam Basilij authoritas: auch möchte ich woll gerne berichtet sein, auss was für fundament H Stahl vnd andere sagen können, dass vber[umlaut on v] das sal tartaris volatile in resolvendo[do detached as catchword]
[60/4/33B]

do calculo nichts höheres seÿ, da sie doch selber gestehen, dass sie niemahlen das sal tartari volatile gesehen viel weniger gehabt, wie können sie dann ihre meinung für eine vnfehlbahre wahrheit vendifiren, folgt derowegen dass die experientz mehr gelten muss, alss ein blosser wahn vnd meinung.
[Hartlib:     Ib. No. 8. Sept. 19. 59/.]
[another hand:] Dass der Spiritus salis tartari oder das sal tartari volatile den calculum vesicæ nicht <right margin, H: Stone> resolvieren ist die warhafftige warheit, die ich hiermit fur Gott bezeuge dass er viel zu schwach darzu ist, welches den Hern Morian nicht so sehr verwundern würde, wen er nur dieses betrachtet dass dieser spiritus ehe er in die blase kompt, durch die vielfòltigen officinas Intestinorum gantz transmutirt wirdt, vndt eine gantz andere natur bekompt, dass jenige aber wass den calculum resolviren soll muss integris viribus ihm in die blase kommen, wie solches Helmontius aussdrücklich saget von seinem oleo ludi, dass mich aber Her Morian in dess Helmontii buch de febribus cap. 15 v 26. cap. 17 v 13 de humoribus cap. 1 v 89. relegirt, als ob daselbst Helmontius mit Basilio concordiren vndt affirmiren würde, dass calculus vesicæ vom [sali? symbol miswritten?] tartari volatili könne resolviret werden, so habe ich solche loca aussgeschlagen[slip for auffgeschlagen?]; welche alle mir den schon von vielen jahren gar familiariter gewesen, ich finde aber nicht ein jota von solcher confirmation etwa, sondern nur dieses, quod quo spiritus salis tartari non penetrabit, eo alius non veniet etc. davon die summa ist dass er grosse krafft habe zu incidiren, attenuiren, resolviren vndt confortiren, welches auch war ist, wie ich auch den Hern vor 8 tage seine grosse kròffte etlicher massen beschrieben, aber noch weit grösser sein, als ich sie specificiret habe, den die erfahrung wirdt vndt ist der beste lehrmeister hierin, also thut er auch in podagra solche kròffte <left margin, H: Contra Podagra>
[60/4/34A]

[Hartlib:]       Aroph Helmontii.   Stones
                      Preservative.
          Ex Literis Polemani Aug. 15. 59./.
[Hand A:]
Fur communicirung dess remedij ex radice Satyrii bedancke ich mich, es ist aber nicht dess Helmontij Præservativum, welches er vom Paracelso hatt, vnd Aroph von ihme genandt ist, welches so viel heist alss Aroma Philosophorum, welches dan ist der Safran, vnd ist seine præparation also, dass man den ausserlesesten Safran mit wolgesewert Rocken Brodt vermische, vnd mit ein wenigen Wein zum teige mache, vnd etliche wochen in die putrefaction setze, so wird ein liquor darauss, das ist dess Paracelsi vnd Helmontij Aroph dem H getrewlich entdecket vnd gegunt: Ich lasse das recept de radice Satyrii in seinen würden, ich habe keine experientz darin, wie wol ich absehen kan, dass es woll etwas thun musse resp. semin. Daucium: es hat aber die præservatio mit der curatione calculi nichts, oder ia nicht viel gemeinschaft, den das pservativum verum nemlich das Aroph den calculosis nichts hilft, es sey dan [catchword: dass]
[60/4/34B]

dass sie zuvor vom stein befreÿet sein, alssdan hatt das Aroph platz vnd præserviret dergestalt, dass kein calculus mehr wachsen kan, wie der Helmontius solches gar stattlich vnd aussführlich lehret auch mit exemplis vnd gethanenen curationionibus bewehret.
[Hand J, translating the previous extract:]
Pro communicato remedio ex Radice Satyrij gratias ago, sed non est Præservativum Helmontij, quod à Paracelso habet, Aroph dictum, quod idem est ac Aroma Philosophorum, qui quidem est crocus, cujus hæc est præparatio:
Crocus optimus miscetur cum pane siligineo probè fermentato, et cum vini tantillo redigitur in massam, et aliquot septimanis putrefactioni commissum reponitur, ita transit in liquorem, qui est Aroph Paracelsi et Helmontij, quod candidè et sine invidia Domino detego. Receptam de radice Satyrij in medio relinquo, de qua nihil expertus sum, quanquam conjicere possum, illam nonnihil sanè efficere posse respectu
[60/4/35A]

Sem: Dauci etc. Verùm præservatio calculi cum curatione ejusdem nihil aut certè parùm habet commune, siquidem verum præservativum, videlicet Aroph calculosis nihil prodest, nisi priùs à calculo liberati sint, tum utique locum habet Aroph, et præservat ita, ut calculus generari non amplius possit, quemadmodum Helmontius luculenter docet, et exemplis et curationibus probat.
[Hartlib:]
          Ex Literis Polmani Aug. 29. 59./
Es wehre auch zu wunschen dass der H das Aroph Paracelsi durch Clodium oder andren trewen Man ehestes tages præpariren liesse den solches gewaltig solche schmerzen lindert./
[60/4/36A]

[Hartlib:]       Experimentum Lucriferum
                  Vitrioli
                   Lapis Philosophorum
     Ex Literis Polemani. Amsterdam Aug. 15[altered] 59/
[Hand A:]
 Vnd weil wir hier vom Vitriol reden vnd seiner Tinctur, muss ich dem H erzehlem, was mir in kurtzer zeit durch sonderliche providentz wiederfahren, doch dem H, in grossen geheim: Es ist ein funftzigiòhriger sehr gevbeter[umlaut on v] Chymicus zu mir kommen; berichtende, dass er mit höhester freude vnd verwunderung mein Büchlein gelesen, weil ich mit ihme in einem fundament stunde, vnd weil ihme ein sonderlicher segen auss diesem grunde des vitrioli vnd kupfers zugefallen, vnd mir Gott auch gewaltige erkendtnuss darin gegeben, alss seÿ er willens selbigen segen mir zu ofenbahren; gab mir drauf von einer massa so etliche pfundt schwer war, ein quintlein, solche massa aber war anzusehen alss ob es bley were, solches quintlein hab ich geworfen auf ein quintlein Silber, solches hab ich mussen abtreiben, so hab ich mein quintlein Silber wieder bekommen, aber gantz in goldt verwandelt: alss ich solches gethan sprach er solchs wil ich euch communiciren, so ihr mir wollet zu meinem vorhaben beförderlich [catchword: sein]
[60/4/36B]

sein: ich sprach, was sein vornehmen were, Er andwortete, diese sache ob sie gleich sehr gross, vnd mir vielmals von grossen weltleuten hunderttausend reichsthaler dafür geboten so contentirt es mich [doch altered to dennoch] nicht, sondern ich kan nicht ruhren biss ich auss diesem fundament dess vitrioli vnd [symbol for aes or cuprum] nach der lehr Basilij die Tinctur Philosophorum selbst habe, auf solche aber kan ich nicht arbeiten, so lange ich mein particular treibe, den weil ich keinen helfer darzu brauchen kan noch will, vnd aber mein staat (den er war gar eine vornehme persohn anzusehen, köstlich gekleidet) des jahrs bey 2000 Reichsthaler erfordert, alss habe ich arbeits gnug dass ich solche summe das jahr durch verfertige weil aber das Universal den gantzen verstand vnd alle Kròfte dess Menschlichen gemüthes erfordert, alss kan ich nach meiner grossen begierde auf das universal nicht arbeiten, so lang ich das particular treiben muss, derowegen sprach er, hab ich euch erkohren dafern ihr mir wollet so viel bahr mittel verschafen dass ich 4. oder 5. jahr ohn dieses particulars aussarbeitung, den universal bearbeiten könne,
[60/4/37A]

so will ich euch zur stunde dieses lehren, nur mit dieser einigen exception, dass ihr es niemandts alss welchen ihr vieljahr erkandt vnd probiret habet, von hertzen Gottfürchtig zu sein, sollet ferner ofenbahren; ich sagte drauf, ich wolte sehen, dass ich mittel verschafte etwan von 12. oder 15000 Reichsthaler, alss den wolte ich mit ihm ziehen, vnd wolten zusammen aufs universal vnd auff dieses fundament dess Vitrioli laboriren, er liess es ihm gefallen, zog vnterdessen wieder nach hauss, ich aber schrieb citò an meine schwiegerMutter, mit höchster bitte sie solte alsobald suchen vnser gutter zu verkauffen, vnd erzehlete ihr den gantzen handel, drauf sie mir geantwortet, dass ihr mein vornehmen sehr woll gefiele, hette sich auch bemühet alles zu verkaufen, aber die zeiten weren so betrübt in Curland vnd Preussen (alss darin vnsere Armuth in beiden Fürstenthümern gelagen) dass sie für ein gutt so zu friedens zeiten zwischen vatter vnd sohn 6000 Reichsthaler wehrt ist, itzo nicht wuste tausendt, ja nicht 500 Reichsthaler zu bekommen, solche noth ist im lande, könte mir also wie gerne sie auch wolte, nicht fügen;
[60/4/37B]

also stecke ich itzo, nicht wissend was vnd wie ichs machen soll, habe es aber noch mit keinem Menschen sonsten communicirt, sondern der H ist der erste, dem ich solchs vertrawe wegen der grossen zuversicht so ich zum H habe, vnd habe dieses dem H darumb vertrawet, dass so ihm etwan dort eine solche persohn von vielen Iahren bekandt, so von hertzen Gott fürchtet, vnd nichts anders alss Gottes ehre suchet, vnd bahre mittel hat dass der H dieses mit demselben communiciren könne, so könte man viel guttes verrichten, so ich diesem man contentiren könte.