The Hartlib Papers

Title:Short History Of Schluchter Monastery, In German
Dating:[1656?]
Ref:15/7/14A-15B
Notes:This is the enclosure referred to in letter of 29 February 1656 to Dury: see 15/7/5.
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Das Closter Schlüchter, so hiebevor von Benedictiner Ordens München besessen, ist in der Graueschafft Hanaw gegen Francken vnd dem Stifft Fulda im Ampt Schlüchtern (:welches Ampt etwa in anno 1316. Weiland Graue Vlaich zu Hanaw von seinem Avunculo, herrn Graff Ludwigen zu Wieneck erkaufft:) gelegen, doch seind die Grauen zue Hanaw bereits zuvor diesses Closters Schutz: vnd Schirms herrn gewessen, wie mit Documentation ab anno 1247. Clar zu erweissen, da demnach erkaufften diessen Ampt Schlüchtern, vnd dadurch erlangter Oberherrlich: vnd Gerechtigkeit vorig jus Advocatiæ vmb so viel mehr bestercket worden, deren zufolg auch die Äbbt in dero Schutz auff: vndt angenommen, in specie beÿ dem Baurenkrieg anno/ 1525. da die Ordensleuth starck verfolget worden, Item in anno/ 1528. alss Landtgraff Philipss von Hessen beide Bischoff zue Bamberg vnd Würtzberg überziehen wollen. Wann auch missverstònd zwischen Äbbten vnd Convent fürgefallen, solche geschlichtet, auff absterben eines Abbts das Closter biss zur anderwertlichen erwehlung mit Ihren dienern besetzt, das Convent hat auch ohne Consens der Grauen von Hanaw nichts handlen oder verrichten dörffen, Ia [von dero?] Amptleuther die Rechnung durch dero, von den herren Grafen zu Hanaw Iedes mahl angesetzten Kellern ablegen müssen, vnd haben in diesem allein die damahlige Bischoff zue Würtzberg, alss nudi ordinarij & Diocesani, sich dessen nichts angenommen, ohne dem oder dessen wiedersprechen auch in anno/ 1543. vnd also 9. Iahre vor dem Passawischen vertrag, so in Religions sachen zwischen Kaÿsserlichen Maÿestòt vnd Protestirenden Stònden aufgerichtet, durch damalss lebenden Abbt Petrum Lotichium, gleich anderen Stònden die Augspurgische Confession in diessem Closter einführen vnd eine Schuel daselbst anrichten, die reditus nicht weniger dahin also anwenden lassen, dass auch viel arme Schüler vmbsonsten andere von weiten orten aber vmb eine ertròglich Costgelt dergestalt informirt vnd geführt werden können, dass sie ad lectiones publicas tüchtig worden, vnd dann die arme Schüler alss Stipendarij auch ausserhalb auff Evangelischen Reformirten Academijs, so weit vnterhalten worden, biss sie entweder ad Ministerium oder sonsten ad docendum in Scholis tüchtig vnd vociret worden, Beÿ welcher bestellung es damaliger Bischoff zue Würtzberg, tanquam ordinarius & Diocesanus, vorermelter massen vnd vmb so viel verbündlicher gelassen, dieweil in mittelst anno/ 1555. der Religionsvergleich in Imperio Romano, Palladium illud Passaviense auffgerichtet, vnd in der
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Protestirenden Stònden lander, das jus Diocesanum, so zuvor andere benachbarte Episcopi Pontificij gehabt, suspendiret worden.
Alss aber voriger vndt letzter Reformirter Abbt Petrus Lotichus gestorben, hat damahliger Bischoff Friedrich zue Würtzberg etwa in anno/ 1567. vnerachtet des ietztgemelten Religionsfrieden vnd darin suspendirten juris Dioecesani, dannoch einen Abbt ins Closter setzen wollen, zu dem end Commissarios naher Schluchtern oder Solitariam, wie es zu Latein genannt, abgeordnet, die aber von der Graueschafft Hanaw repellirt vnd darüber von Ihme Bischoffen der process in Camera zwar incaminirt, Hanawischer seiten aber so viel mit bestand deduciret worden, dass von der zeit an, die Bischoffe in vielen Iahren nicht fortkommen mögen, vnd in anno/ 1624. der damalige Bischoff zweiffels freÿ ex diffidentia causæ velum mutirt, den gemeinen rechten zuwieder die sach ab hoc loco ubi coepta erat, ad Aulam Cæsaream gezogen, zweiffels freÿhe magis favorabilem judicem daselbst zu erlangen, zumassen dann erfolgt, dass Ehe die herren Grafen zu Hanaw genugsamb gehöret vnd gebürlich submittirt, das Closter der Graueschafft ab: vnd dem Bischoff gantz nulliter zugesprochen, vnd sowohl beÿ dem Process alss auch ratione meritorum causæ die herrn Grafen zu Hanaw enormissimè laædirt worden, die mann dann vor würcklicher abtrettung des Closters, weiter nit hören wollen, ob Ihnen wohl die sach in petitorio auszuführen erlaubt, Inmittelst doch alle brieffliche sachen vnd künfftiger beweiss abgenommen worden, Beÿ der execution hat mann sich auch nit sperren dorffen, weil der General Tÿlli vnd Ligistische Armée in der nòhe, vnd gegen denselben keine der Evangelischen Fürsten arméé im feld gestanden, Ia mann hat beÿ diesser execution auch die jura superioritatis, so diesse Grafschafft über dass Closter in etlich hundert Iahren vnstrittig hergebracht, nit mehr gestehen wollen, in welchem Statu (:ausser was etwa ein kleine zeit beÿ wehrender Schwedischen wessen anno/ 1633. & 34. geschehen:) es so lang plieben, biss durch den Allgemeinen Friedenschluss zu Münster vnd Ossnabrück vnter anderen auch dahin geschlossen worden, dass in Religionssachen, alles in dem stand verpleiben solle, wie es anno/ 1624: quacumque anni parte gewessen, krafft dessen hette die possession vndt gebrauch diesses Closters[sters detached as catchword]
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sters, alss welches erst anno 1628 abgezwungen worden:) der Graueschafft Hanaw [word illeg.] wieder eingeraumbt; vnd in den stand gesetzt werden sollen, darin es anno 1624. alss da nemblich die Schuel vnd Kirchenbestellung noch in völliger gewalt der Graueschafft, aber ratione petitorij lis pendens in Camera gewessen, dessen allem vnerachtet aber, hat ietziger Bischoff zu Würtzberg vnd zugleich Churfürst zu Maintz, die sache so schwehr gemacht, dass mann Ihme lieber vor die abtrett: vnd einraumung vermittelst interposition weÿland der Durchlauchtig Hochgeborenen Fürstin vnd Frawen, Frawen Ameliæ Elisabethæ Landtgròfin zu Hessen Cassel/ Geborene Gròfin zu Hanaw Müntzenberg, Fünff taussent gülden versprochen, Alss etwa solche auff weitere vngewisse auch Costbare Kaÿserliche Commissiones verwenden wollen, der zuversicht, das Closter würde noch also beschaffen sein, dass mann zum wenigsten neben anderer höchstnothwendigkeit, die Iòhrliche interesse zahlen mögen, Ess ist aber solches dergestalt ruinirt, erödet, vnd in abgang befunden worden, dass wegen absterben der censiten, verwüstung der güter, nit so viel Iòhrliches gerenthet werden, dass mann auch den geringsten anstalt zur Schuel machen, Ia den Pfarrer des orts nit darauss erhalten mögen, worüber das versprochene lÿtrum der 5000. gulden stecken plieben, die Iòhrliche 250. gulden also auffgewachssen, dass Ihre Churfürstliche [Gnade?] zu Maintz, alss Bischoff zue Würtzberg, öffters getröhet, solch [Closter wieder gar?] einzuziehen, welchen falss zu besorgen, dass, wann mann auch hiernechst die gelter zur hand pracht haben solte, es etwa andere vnd solche newe difficultòten abgeben hette, dass dass Closter vnd darin gehaltene alte vnd berühmbte Schul ad Pontificios gerathen, vnd ad propagationem errorum Pontificorum, zu höchstem nachtheil diesser Graueschafft verwendet werden, welche gefahr aber anderst nit, alss durch eine mitleidentliche Collectam Getrewer Religionsverwanthen abzuwenden ist, Gestalt dann auch von hertzen zu pitten, deren hertze Gott der Allmòchtig also regiren wolle, dass sie sich dero Religionsverwanthen diessfalss eifferig annehmen, vnd mit einer freÿwilligen Collecten beÿspringen wollen! Sintemahl es mit solchem Closter diesse bewandtnus, dass gleich wie die übrige Kirchen vnd Schulen diesser gantzen Graueschafft, durch gewisse alte: vnd newe, von hiebevorigen beiden Gròfflichen Hanawischen linien (:davon
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die also genante Müntzenbergische, auss deren auch Ihre Fürstliche Gnade die verstorbene Fraw Landtgròfin zu Cassel, Fraw Amelia Elisabetha, hochseeliger gedòchtnus, entsprossen gewessen, etwa in anno/ 1641: abgangen, hingegen die übrige herren Grafen der Liechtenbergischen linien, so der Lutherischen Religion zugethan, succediret, vndt durch Gottes gnade noch Regieren:) aufgerichtete vertrògen beÿ deren fast in die 60. Iahren in dieser Graueschafft eingeführten Reformirten Religion gelassen, also auch in diessem Seminario vnd künfftigen Schul, keine andere, dann die Reformirte Religion vnd Confession, wie solche in Churfürstlicher Pfaltz vnd Fürstenthumb Anhalt offentlich gelehret wird, eingeführt vnd gelehret werden solle, alles zu mehrer erhalt: vnd fortpflantzung solcher wahren Reformirten Religion, dazu der Allerhöchste seinen Göttlichen Seegen vnd kròfftiges gedeÿen verleÿhen, Getrewe Religionsverwanthe aber zu dessen allen kròfftiger beförderung, Ihre Geistliche lieb vnd Gottseligen eÿffer Getrewlich erweissen, dahin auch nochmahlss instendig vnd fleissig gebetten sein wollen!